Bericht aus Paris

Die Meinung eines Neulings.

Auf der Pariser Fashion Week war Kreativität nicht tot – zumindest noch nicht. Als Neuling war das mein Bauchgefühl. Mein erster richtiger Eintauchen in den Wahnsinn der Herrenmode, und ich hatte schon meine Favoriten im Blick. Rasmus, unser Einkaufsdirektor, hatte dafür gesorgt, dass einige der spannendsten Marken vertreten waren, während ich hier war. Eine davon, Meta Campania Collective unter der Leitung von Jon Strassbourg, hatte meine Aufmerksamkeit geweckt. Die Interpretation von modernem Luxus durch das Pariser Label – eine Mischung aus präziser Schneiderkunst und dezenten, übergroßen Strickwaren sowie Cord-Arbeitsuniformen – ist einfach unwiderstehlich. Und all das aus den besten und luxuriösesten Stoffen der Welt. Die drei Tage vergingen wie im Flug, mit Showroom-Terminen, einer Modenschau und kurzen Café-Besuchen.

Eine Sache, die ich während der Fashion Week über die Stadt gelernt habe und die mich von allen anderen Besuchen abhebt – sie pulsiert vor Zielstrebigkeit und Absicht.

Auralee & Meta Campania Collective

FREITAG, DER 24. JANUAR

Meta Campania Collective , 1. Arrondissement

Für Herbst/ W 2025 vereint Meta Campania unter der kreativen Leitung von Jon Strassbourg traditionelle britische Stoffe mit modernem Luxus. Inspiriert von klassischen britischen Materialien wie Wolle, Cord und – ganz im Meta-Stil – Kaschmir, zelebriert und präsentiert die Kollektion diese Textilien auf elegante und zeitlose Weise. Durch die Kombination dieser Stoffe mit Silhouetten, die gleichermaßen raffiniert und lässig wirken, ehrt Meta Campania traditionelle Handwerkskunst und präsentiert gleichzeitig Designs, die sich wahrhaft originell anfühlen. Das Ergebnis dieser Saison? Eine Kollektion, die für Jon – und damit auch für den Kunden – nostalgisch und zugleich erfrischend wirkt. Es sind Stücke, die modern, aber nicht trendorientiert sind; Luxus ohne aufdringlich zu sein. Und in der heutigen Modewelt ist das ein starkes Statement.

Ich kann über diese Kollektion nicht sprechen, ohne eines ihrer gewagtesten Konzepte zu erwähnen: ein Denim-Set aus Kaschmirgewebe. Das ist originell – und erwartungsgemäß außerordentlich teuer.

Auralee , 2. Arrondissement

Lassen Sie sich Auralee die Liebe zum Minimalismus zeigen. Daran ändert sich auch in der Herbst/ W -Kollektion 2025 nichts. Beim Betreten des Showrooms für Herbst/Winter 2025 fiel mir sofort die unverkennbare minimalistische Ästhetik der Marke ins Auge, die gleichermaßen einladend und elegant wirkte. Designer Ryota Iwais Fokus auf persönlichen Stil und seine Inspiration aus dem Alltag waren in der gesamten Kollektion spürbar. Sie wirkte authentisch und individuell: Mal trägt man einen klassischen Anzug mit einem schicken Mantel, mal ein schlichtes T-Shirt mit einem Fleece-Pullover. Die Kleidungsstücke vereinten Struktur und Weichheit – Kaschmirjacken und Ledermäntel, Fleece und Hosen aus 100 % Seide sowie robuste Raw-Denim-Jeans. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Herr Iwai die Kunst beherrscht, Vertrautes auf ganz besondere Weise interessant wirken zu lassen.

Accessoires bildeten den roten Faden, der das Konzept abrundete: elegante Ledergürtel, Taschen und Seidenkrawatten für einen Tag, eine Dad-Cap und ein Rucksack für den nächsten.

Comme Des Garçons Homme Plus Show H/ W

Comme Des Garçons Homme Plus H/ W '25 Show, 9. Arrondissement

In einem Showroom im brutalistischen Industriestil im 9. Arrondissement präsentierte Rei Kawakubo ihre neueste CDGH+ Kollektion. Als ich den Raum betrat, war ich unglaublich nervös. Etwas aus der Ferne zu bewundern, ist eine Sache, aber hier zu sein, fühlte sich surreal an. Während sich der Raum langsam füllte, begrüßte Reis Ehemann Adrian die Gäste in der ersten Reihe.

Und wie immer stellt das Team von CDGH+ alles infrage, was man über Schneiderei zu wissen glaubt. Klassische Militäruniformen, neu interpretiert durch die herausfordernde und avantgardistische Sicht von Rei Kawakubo, mit ihrer charakteristischen Asymmetrie und ihren ungewöhnlichen Proportionen. Oberbekleidung dekonstruiert und zerrissen, mit neuen Farben, Tartanmustern und zu Röcken umfunktionierten Hosen. Das auffälligste Element der Show: die Helme. Jeder Look präsentierte übergroße, skulpturale Kopfbedeckungen, übersät mit Blumen und/oder umhüllt von farbenfroher Satinseide.

Streetstyle aus und außerhalb der Show